Unsere Leitlinien zur Kommunalwahl 2020

Liebe Bürgerinnen und Bürger,
zur diesjährigen Kommunalwahl in Brilon treten nun erstmalig BÜNDNIS90/DIE GRÜNEN an. 

Das hier vorliegende Wahlprogramm haben wir zusammen, mit vielen Bürgern* und lokalen Institutionen, ausgearbeitet. Es liegt in unser aller Ermessen, Brilon und seinen Bewohnern* auch in Zukunft einen Ort der „Teilgabe“, des Austausches und einen Raum, der Integration & Inklusion, zu schaffen und zu bewahren. Des Weiteren liegt es in unserem gemeinsamen Interesse, die hohe Lebensqualität Brilons, sowie seine erholsamen Grünanlagen und Wälder, zu schützen und gegen künftige Probleme zu wappnen. Hinzu kommt ein wachsender Tourismus, der nur in Verbindung mit einem verantwortungsvollen Umgang mit unserer Umwelt möglich ist.

Wir setzen uns für den Erhalt des Krankenhauses und die Modernisierung der Grund- und weiterführenden Schulen ein, auch um Brilon als Standort für Fachkräfte attraktiv zu halten. Die Helden* des Alltags, ob medizinisches Personal, Erzieher*innen, Lebensmittelverkäufern* und so viele mehr, brauchen die lang benötigte Aufmerksamkeit, die seit der Corona-Krise zumindest in Ansätzen geweckt wurde. Die geringen Zahlen der neu Infizierten zeigen, dass die Briloner auch unbekannte Situationen im Griff haben. Während des Lock down gab es zahlreiche Hilfsangebote für Risikogruppen und Betroffene. In kurzer Zeit wurden neue Geschäftsmodelle entwickelt. Dies zeigt: die Sauerländer* sind flexibel und halten zusammen. Für eine erfolgreiche Zukunft sollten und können wir noch enger zusammenrücken.


Wenn wir als Kommune zusammen wachsen wollen, brauchen wir eine Vernetzung auf allen Ebenen, dies gilt sowohl für den Ausbau und die Förderung des ÖPNV(öffentlicher Personennahverkehr), als auch für die stetige Bekämpfung der Armut, mit Unterstützung der örtlichen Einrichtungen, oder die enge Zusammenarbeit mit dem Forstamt und den regionalen Landwirten*.

Wollen Sie Ihre Stimme einer zukunftsfähigen Umwelt geben?

Wollen Sie Ihre Stimme für ein vernetztes Brilon einsetzen?

Wollen Sie Ihre Stimme für mehr Mitbestimmung nutzen?

Wenn sie diese Fragen mit ‘Ja‘ beantworten können, ist GRÜN die richtige Wahl..
Wählen Sie am 13.09. GRÜN ! Ihre Stimme zählt!



Ihr OV BÜNDNIS90/DIE GRÜNEN Brilon

*Anmerkung des Teams: Wir stehen zu einem Geschlechter unabhängigen Umgang miteinander und kämpfen für diesen. Um den Lesefluss nicht zu stören, haben wir uns für die männliche Schreibweise entschieden und sie mit einem „*“ versehen, welches alle Geschlechtertypen betiteln soll.

1.Klima und Energie

Brilon ist die Stadt mit dem größten kommunalen Wald Deutschlands und deshalb sollte es ein Selbstverständliches sein, unseren Wald zu schützen und jene zu unterstützen, die dies bereits tun. Aber auch im Kern unseres erholsamen Ortes gibt es Möglichkeiten der Verbesserung und der effizienteren Energienutzung. Dafür wollen wir uns gemeinsam mit Ihnen stark machen.

Hierzu bieten wir Lösungsansätze zu folgenden Themen an:

  • Müllentsorgung

Brilon lebt von einem ausgeprägten Tourismusangebot, welches von unseren Wanderwegen und unserem Kurangebot unterstützt wird. Leider zeigen Bilder der Landstraßen, die Brilon und seine angehörigen Ortsteile effektiv verbinden, auch eine andere Seite. Das Problem heißt Müll. Wir wollen gemeinsam mit Ihnen und den einzelnen Ortsteilen eine Initiative starten und für ein sauberes Brilon aktiv werden. Für den Erfolg bedarf es einer besseren Vernetzung, sowie einer motivierenden Aufklärungsarbeit, die dazu anregt, aktiv zu werden. Hierzu starten wir Events, die informieren und gleichzeitig Mut machen, den Erholungswert und die Sauberkeit Brilons selbst in die Hand zu nehmen.

Außerdem wollen wir die Stadt unterstützen, mehr Mülleimer mit Aschenbechern auszustatten und die Behälter gezielter in den Ortschaften zu verteilen.

Hinzu kommen eine effektivere Zusammenarbeit und Kommunikation, um Müll nicht nur besser zu entsorgen, sondern auch zu vermeiden. Zu diesem Zweck möchten wir die gelbe Tonne erneut thematisieren und mit den einzelnen Unternehmen, für ein umweltfreundlicheres und plastikfreies Wirtschaften, in Kontakt treten.

  •  Nachhaltige Zukunft des Briloner Waldes

Die waldreichste Stadt Deutschlands kämpft momentan um dessen Erhalt. Der immer offensichtlicher werdende Klimawandel mit seinen Sturmereignissen und Dürreperioden der letzten Jahre und der dadurch bedingte massive Borkenkäferbefall haben dazu geführt, dass vor allem der sogenannte Brotbaum, die Fichte, des Briloner Wirtschaftswaldes mehr und mehr verschwindet. Auf der einen Seite engagieren sich bereits das Forstamt, die Stadt und ihre Bürger* für eine Aufforstung unserer Natur. Diese soll gleichzeitig der Stärkung des Waldbestandes dienen, indem wir auf mehr Mischwälder setzen. Dies ermöglicht der Stadtforstbetrieb durch die Pflanzung von bspw. Buchen, Lärchen, Douglasien und positioniert sich damit eindeutig für eine nachhaltige Bewirtschaftung, fern von ineffizienten Monokulturen. Auf der anderen Seite muss aber auch der Zustand des Waldbodens thematisiert werden. Durch die Räumung der befallenen Bäume fehlt dem Wald die Grundlage zur Remineralisierung und damit der Humusbildung. Die Böden trocknen aus, die Waldbrandgefahr steigt und die Biodiversität schwindet. Wir müssen mit der örtlichen Feuerwehr ein Konzept zum Schutz vor möglichen Brandherden ausarbeiten. Außerdem brauchen wir konstruktive Änderungsvorschläge vom IST-Zustands von außen und den Brilonern*, welche durch die nötige Transparenz der Sachlage ermöglicht wird.

Zusätzlich stehen wir voll und ganz hinter unserer Landratskandidatin (Anna Katharina Baulmann), die sich für die Schaffung von Naturwäldern und damit die Minimierung von Kulturwäldern stark macht. Es ist eine Frage der Prioritätensetzung, diese Maßnahmen zum Erfolg zu führen.

Hinzu kommen die Einschränkungen durch den Corona-Virus, die dafür gesorgt haben, dass große Bepflanzungsaktionen, wie durch das PEFC (Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes) initiierte, deutschlandweite Projekt zur Waldrettung, nicht stattfinden konnten und erfolgreiche Erhaltungsmaßnahmen schwer zu bewältigen sind. Deshalb setzen wir uns für eine starke Zusammenarbeit mit dem Forstamt ein und werden auch hier Projekte in Angriff nehmen, um unseren Förstern* durch Kraft und mit den nötigen Materialien zu helfen.

Wir machen uns für einen langfristigen Erhalt stark und möchten gemäß dem BNE( Bildung für nachhaltige Entwicklung) mehr Aufklärungsarbeit für Kinder und Jugendliche leisten, damit auch sie jetzt und in Zukunft unsere Natur zu schätzen und zu bewahren wissen. Dazu gehört eine enge Zusammenarbeit mit (Wald-)Pädagogen, Erziehern und Lehrern sowie allen Einrichtungen, die ihr Leitbild dem Natur- und Umweltschutz verschrieben haben.  

  •  Flächennutzung

Gemeinsam mit Brilons Einwohnern*, setzen wir uns für Artenvielfalt in unseren Wäldern und Stadtgebieten ein. Hierzu gehört eine insekten- und bienenfreundliche Begrünung der Innenstadt oder z.B. des Kurparks, welcher reichlichen Spielraum für Wildblumenwiesen bietet.

Die Vermeidung von „Steinwüsten“ in Vorgärten ist eine Aufgabe, der wir uns annehmen. Der Austausch über pflegeleichte naturnahe Vorgärten, wird Bestandteil dieser Aufgabe sein. Jeder Grundstücksbesitzer* kann hier unsere Stadtbegrünung mit unterstützen.

Artenvielfalt schaffen bedeutet aber auch, die Versiegelung von wirtschaftlich ungenutzten Flächen zu vermeiden und den Bestand von bereits erschlossenen Baulücken auszuschöpfen. Des Weiteren fordern wir zum Schutz der Biodiversität das sofortige Verbot von Glyphosat und anderen umweltschädigenden Pestiziden.

  •  „Energiestammtisch“

Unser Ziel einer nachhaltigen, zukunftsorientierten Stadt, können wir nur erreichen, wenn wir ressourcenschonend und energiesparend leben und handeln. Heutiges Handeln und Agieren ist in einer Vielfalt möglich, die, Dank unserer Errungenschaft der Stromerzeugung, an Komplexität zunimmt. Wir leben in einer Zeit der Digitalisierung, einer Zeit des bewusst Werdens unserer Verbundenheit zur Erde und zu jedem Menschen, ungeachtet der Herkunft. Es ist unsere Priorität, diese Entwicklung weiter zu optimieren und eine nachhaltige Energiegewinnung zu gewährleisten, damit auch Generationen nach uns eine Chance haben, sich frei und unbeschwert entfalten zu können.

Dazu wollen wir uns mit Experten* und Bürgern* zu einem Energiestammtisch zusammensetzen und an einen effizienteren Umgang mit Strom arbeiten. Wir möchten Energie-Scouts einsetzen, die individuelle Aufklärungsarbeit leisten, um im eigenen Haushalt stromsparender zu wohnen. Außerdem möchten wir die Stadtwerke unterstützen, alternative Energien, wie Windräder oder Pv(Photovoltaik), zu finanzieren. Wir informieren ebenfalls öffentliche Institutionen über Installationen von Pv-Anlagen auf Flachdächern und bieten uns für einen Austausch an.

Wenn wir es schaffen, über die nächsten Jahre ein „grünes“ Industriegebiet, mit niedrigen Emissionswerten, zu gestalten, kann dies als Inspiration für viele andere Gemeinden dienen.

2.Soziales

Merkmal für Brilon ist nicht nur eine sehr geringe Armutsquote, sondern auch der soziale Umgang miteinander. Für die Bewahrung dessen und auch die Weiterentwicklung dieser bestehenden Strukturen, egal ob für Jung oder Alt, müssen wir auch in Zukunft für eine faire und sozial nachhaltige Infrastruktur Sorge tragen.

  • Kinder

Die Schulen Brilons sind auf einem Weg, das Zeitalter der Digitalisierung anzunehmen und den Schülern* einen verantwortungsvollen Umgang mit Medien näher zu bringen. Wir setzen uns für einen Ausbau dessen ein und unterstützen die Lehranstalten bei der Anschaffung von Tablets, Computer, etc.. Natürlich bedarf es in Zukunft auch vieler Digitalisierungsexperten*, die dem Lehrpersonal Möglichkeiten zur Schulung und Weiterbildung bieten, um in dieser wachsenden, digitalisierten Gesellschaft die richtigen Mittel nutzen zu können.

Wir dürfen neben dem aber auch den allgemeinen Zustand der Lehrgebäude nicht außer Acht lassen. Wir fordern eine zeitnahe, konsequente Entscheidung für die Behebung der PCB-Belastung im Gebäude des Gymnasium Petrinum. Unsere Schüler und Lehrkräfte dürfen diesem Gift nicht länger ausgesetzt werden.

Die Gestaltung von Grünflächen, wie z.B. Schulgärten und Rasen, sind bereits für alle Schulen in Planung. Dies befürworten wir.

Schulgärten können Bestandteil des Biologieunterrichts oder auch von AGs sein und im Bereich der gesunden Ernährung in den Hauswirtschaftsunterricht integriert werden. Wir orientieren uns in unserem Vorhaben an den Richtlinien des BNE. Dazu möchten wir uns mit außerschulischen Lernorten und NGOs (non government organisation) vernetzen, um ein allumfassendes Bildungskonzept zu präsentieren.

Berufstätige Eltern sollen durch den Ausbau der Ganztagesbetreuung entlastet werden und wir fordern die nötigen räumlichen und personellen Kapazitäten.

  •  Jugendliche

Jugendliche brauchen einen Raum zum Austausch und zur Förderung von Perspektiven und Freizeitangeboten sowie Jugendkultur. Hierzu bedarf es einer interkulturellen Begegnungsstätte. Diese kann durch Sozialpädagogen*, Freiwillige und Senioren betreut werden.

Zur künftigen Freizeitgestaltung zählt ebenso ein passendes Freizeit- und Sportangebot, welches durch Gutscheinregelungen und Vergünstigungen vermehrt genutzt werden kann. Das Ziel ist ein Bewusstsein für Gesundheit und Bewegung, dessen Vermittlung für alle Jugendliche zur Verfügung stehen muss. Dazu zählen auch die Errichtung und Pflege von BMX- und Skateparcours, vereinsunabhängige Fitnessangebote, sowie die Förderung von bestehenden Sportanlagen, wie z.B. der TrailGround bei Hoppecke.

  •  Erwachsene

Die Spanne zwischen Arm und Reich ist auch in Brilon zu erkennen. Viele Bürger* sind auf Lebensmittelspenden angewiesen. Da diese allerdings allein von Fördergeldern (welche jedoch noch keine der Kommune bekommt) und den ansässigen Lebensmittelmärkten unterstützt werden, setzen wir uns auch für eine finanzielle Förderung einer ,Tafel’ ein. Zur allgemeinen Bekämpfung der Armut erfordert es einer intensiveren Gestaltung des Arbeitsmarktes. Arbeitgeber* brauchen viel Flexibilität, um der gegenwärtigen Entwicklung des Marktes gerecht zu werden und die Nachfrage nach verfügbaren Beschäftigungsstellen zu decken. Dazu bieten wir unsere Unterstützung und den aktiven Austausch an. Außerdem haben wir die Schaffung von familienfreundlichem, bezahlbarem Wohnraum im Blick, aber auch die Förderung von attraktivem Kulturangebot, damit Brilon auch in Zukunft durch die Vielfalt der Fachkräfte wachsen kann.

  •  Senioren

Menschen im höheren Alter haben ein Recht auf ein würdevolles, selbstbestimmtes Leben. Aus diesem Grund unterstützen wir nicht nur die Aufrechterhaltung von Mehrgenerationenhäusern, wie dem Leuchtturm am Kreishauspark, die Jung und Alt zusammenbringt, sondern fordern ebenfalls ein Konzept zur Quartiersgestaltung. Dieses sieht vor, älteren Menschen, die mobil genug sind, Wohnraum zur Verfügung zu stellen, in dem sie sich austauschen, unterstützen und vernetzen können. Sogenannte Wohngemeinschaften sollen eine Alternative zu pflegeintensiven Seniorenresidenzen bieten. Zusätzlich machen wir uns für „Logistik-Hotspots“ stark, an denen Menschen der einzelnen Ortsteile, trotz mobiler Einschränkung, leichter Lebensmittel und Medikamente erhalten können. Ferner sehen wir für die Innenstadt vor, das Projekt „Sympathische Toilette“ großräumig umzusetzen. Unser Team setzt sich zu diesem Zweck mit den ansässigen Lokalitäten zusammen, um sie von einer Toilettennutzung ohne Kauf- und Verzehrzwang zu überzeugen.

Die Bereitschaft der älteren Generation Brilons, aktiv etwas zu verändern, ist groß und sollte durch eine engere Kommunikation mit dem Seniorenbeirat, sowie der Möglichkeit zu freiwilligen und ehrenamtlichen Tätigkeiten, gefördert und geschätzt werden.

  •  Maria-Hilf Brilon

Dass das Maria-Hilf Krankenhaus die Sanierungsarbeiten begonnen hat, Teil des „Corona-Zentrums“ geworden ist und sich am 26.09.19 der Maria-Hilf Förderverein gegründet hat, verdeutlicht die Wichtigkeit des Gesundheitszentrums.

Um die Problematik des Krankenhauses zu verstehen und unseren Teil zum dringend notwendigen Erhalt beitragen zu können brauchen wir einen genauen Überblick der derzeitigen Situation und sind für eine kompetente Beratung offen.  

3. Migration/Integration

Alle Menschen sollen an unserer Briloner Stadtgemeinschaft teilhaben können.  Integration findet vor Ort statt – für uns zählt dabei Verbindendes, nicht Trennendes. Wir setzen auf eine gute Zusammenarbeit von Kommune, Kreis, Ehrenamtlichen, Integrationsakteuren und Organisationen. Wir wollen wohnortnahe und niedrigschwellige Unterstützungsangebote, die die betroffenen Menschen einbeziehen.  Dazu berufen wir uns auf die Menschenrechte und nutzen dies als Grundlage aktiver Flüchtlings- & Integrationspolitik vor Ort.

          3.1 Stärkung lokaler Supportstrukturen

Jugendliche müssen ihre Ideen und Einschätzungen in die Kommunalpolitik einbringen können. Eine Beteiligung der jungen Menschen wollen wir bei Themen, die Jugendliche betreffen, engagiert umsetzen. Zudem engagieren wir uns für die notwendigen Freiräume (in Sport, Kunst und Kultur), um kreative und innovative Ideen zu schaffen. 

Integration, die erfolgversprechend sein soll, benötigt Projekte, die Einblicke in unsere Arbeitswelt geben, ein Bildungsangebot in Sprache und zum Erwerb von Teilqualifikationen bietet und für Diversität in den kommunalen Verwaltungen und Gesellschaften sorgt. Gemeinsam können wir für eine florierende und zusammenwachsende Bevölkerung kämpfen, in der jeder seine Kompetenzen einbringen kann.

           3.2 Diskriminierung im Alltag

Grüne Politik bedeutet auch, ein klares Statement gegen Diskriminierung jeglicher Art zu setzen. Zivilcourage gehört zu unseren Grundwerten und alle Programme, die das Selbige vertreten, verdienen unsere Aufmerksamkeit.

Es ist kein leichtes, aus der Heimat vertrieben, abgeschoben oder fliehen zu müssen. Erst recht, wenn man in der neuen Heimat zusammen mit vielen anderen fremden Personen auf engstem Raum leben muss und ein großer Teil der neuen Umgebung einen selbst besonders kritisch bewertet. Eine Situation, in die man sich nur sehr schwer hineinversetzen kann. Wir unterstützen den Austausch unter Geflüchteten und Einheimischen und befürworten ein aktives Förderungsmanagement. Wir sollten die Vielfalt an Persönlichkeiten und den Zuwachs an Fachkräften willkommen heißen und uns für eine bunte, vielfältige Zukunft einsetzen.

4.Mobilität

Um das 1,5°C Ziel einzuhalten ist es unabdingbar, die öffentlichen Verkehrsmittel stetig auszubauen und zu fördern, Wege sowohl für Fußgänger*, als auch für Fahrradfahrer* attraktiver zu gestalten und auch über alternative Antriebsmittel nachzudenken.

4.1 ÖPNV

Der öffentliche Personennahverkehr ist mit einer Ein-Stunden-Taktung in den Dörfern Brilons besser ausgeprägt, als in vielen anderen Ortschaften. Nichts desto trotz muss der ÖPNV lukrativer und umweltfreundlicher konzeptioniert werden. Beispielsweise haben einige Arbeitnehmer*  nach wie vor Probleme, kostengünstig und pünktlich zur Arbeit zu kommen. Der Austausch zwischen dem örtlichen Nahverkehr und der Kommune ist für uns eine Grundvoraussetzung zur Verbesserung des öffentlichen Verkehrsnetzes. Die Nutzung von Bus und Bahn, so wie die Einführung eines Carsharing-Angebotes und Mitfahrbänke, sollen zur Senkung des Individualverkehrs beitragen. Für die Einhaltung der Klimaziele, der Funktion als Vorbild für andere Kommunen und die Gestaltung einer CO2-neutralen Stadt, unterstützen wir außerdem Fördermaßnahmen zum Wechsel auf H-(Wasserstoff), Hybrid- und elektrobetriebene Busse. Auch der Ausbau des Schienenverkehrs, ob zur Personen- oder Gütertransportes, muss für die Umsetzung der Klimaziele stetig ausgebaut werden. Wir leisten damit nicht nur einen wertvollen Beitrag für unseren Planeten, sondern auch für jeden Einzelnen. Die Vernetzung über die öffentlichen Verkehrsmittel lässt Land und Leute näher zusammenrücken und beinhaltet gleichzeitig eine Reduzierung der Luft-, Lärm- & Lichtverschmutzung für unsere Landschaft – eine Problematik, die deutlich mehr in den Mittelpunkt rutschen muss.

4.2 „Radfreundliches Brilon“

Radfahren, wandern, joggen, Ski fahren und klettern. Die Landschaft um und in Brilon bietet eine Fülle an Fitnessaktivitäten. Selbstverständlich werden Diese von den Bewohnern* vielseitig genutzt. Viele Briloner* bedienen sich der naturschonenden Effizienz eines E- oder Mountainbikes für Arbeitswege und zur Freizeitgestaltung.

Wir fordern diesbezüglich eine Ausweitung der bestehenden Radwege, nicht nur zur Verbindung aller Ortsteile Brilons, sondern auch, um die Sicherheit der Zweiradfahrer* zu gewährleisten. Dazu benötigen wir einen zusammenhängenden Überblick des vorhandenen Radnetzes.

Aus diesem Grund planen wir eine Analyse des Raumes Brilon durch unabhängige Institutionen. Dadurch können Fahrradstrecken optimiert und Gefahrenzonen minimiert werden.

Zur Vervollständigung einer gesunden, energiesparenden Mobilität, suchen wir den Kontakt zu Unternehmen und ermutigen diese, E-Bikes für ihre Mitarbeiter* anzuschaffen. Dies sorgt für mehr Flexibilität und ermöglicht eine positive Bindung der Arbeitnehmer*innen.

4.3 „Sicherheit ohne Geschwindigkeit“

Eine Pendlerstadt, wie Brilon, hat zwangsläufig ein hohes Verkehrsaufkommen. Für all die Schüler*, die Briloner Schulen besuchen, birgt dies ein hohes Gefahrenpotenzial. Durch sogenannte „Geschwindigkeits-Smileys“ und Hinweisschilder, appellieren wir an alle Autofahrer*, den Schutz der Kinder und Jugendlichen sicherzustellen.

4.4 E-Mobilität

Die Stadt Brilon hat in der Vergangenheit viele umweltbewusste Maßnahmen ergriffen, die der E-Mobilität eine Zukunft sichern. Seien es die Stromzapfsäulen für E-Autos, die Aufladestationen für E-Bikes, inklusive der zusätzlichen Abstellmöglichkeiten für Fahrräder, oder auch der Einsatz von Elektrofahrzeugen für Angestellte der Stadt. Dies sind erste Schritte zu einer klimaneutralen Gemeinde. Wir sehen unsere Aufgabe darin, diese ersten Umsetzungsversuche aufzunehmen und stetig zu erweitern, sowie die wachsende Anschaffung von CO2-armen Fahrzeugen voranzubringen.

         4.5 B7-Anbindung

Die geplante Autobahnanbindung zwischen Nuttlar und Brilon stellt sich als komplexer Aufgabenbereich heraus, um sowohl Mensch, als auch Natur, gerecht zu werden. Die einzelnen Varianten zum Bauvorhaben müssen zum einen die Anwohner* und deren Belange berücksichtigen, zum anderen den Artenschutz nicht vernachlässigen. Die betroffenen Tierarten, die zwischen den beiden Orten leben, wie beispielsweise die Wildkatze oder der Raubwürger, genießen laut FFH-Richtlinien (Flora-Fauna-Habitat) besonderen Schutzstatus. Diese gelisteten Tiere gehören zum gemeinsamen europäischen Kulturerbe und dürfen somit nach EU-Recht nicht geschädigt werden. Weitere Hürden stellen das Einhalten der Lärmgrenzwerte und die Kosten des Vorhabens dar.

Ein effizientes Gelingen zur Errichtung der B7n erfordert dementsprechend eine genaue Begutachtung und Einhaltung der Gesetze. Wir werden uns am Planungsprozess beteiligen, um eine optimale Lösung, unter Berücksichtigung der genannten Kriterien, zu finden.

5.Landwirtschaft

Gesunde und natürliche Lebensmittel, die weder Mensch, Tier noch der Umwelt schaden, beginnen bei der Landwirtschaft. Es gilt, einen bewussten und maßvollen Umgang mit Fleisch- & Milchprodukten, sowie regionales, biologisch angebautes Obst & Gemüse, zu vermitteln. Im Einklang damit, sollte eine faire Bezahlung der Viehwirt*innen und Landwirt*innen. Nachhaltige und tierfreundliche Betriebe brauchen, gegenüber der konventionellen Agrarindustrie, unsere Unterstützung.

         5.1 Regional

Wenn wir Landwirte* überzeugen wollen, auf genverändertes Saatgut, den Einsatz von Glyphosat und anderen Herbiziden oder anderen pflanzen- & insektenvernichtenden Mitteln zu verzichten, bedarf es unser aller Einsatz. Konsument*innen müssen die Richtung der umweltschonenden Veränderungen durch ihr Kaufverhalten positiv beeinflussen. Frei nach dem Subsidiaritätsprinzip solidarisieren wir die Briloner Gemeinde, zu einer biologischen und artgerechten Bewirtschaftung, Position zu beziehen. Es liegt in unserer Hand, die Infrastruktur Brilons durch den regionalen Kauf zu verbessern.

5.2 Grundwasser schützen

Ernten, die ausbleiben, Böden, die rissig und ausgetrocknet sind und ein Wasserspiegel, der um seinen Erhalt kämpft. Trockenheit und Dürre bekommen sowohl die Bauern, als auch der Boden und der Grundwasservorrat zu spüren. Zusätzlich wird der Zustand unseres Grundwassers, durch beispielsweise Pestizide, Gülle, Müll und Mikroplastik, negativ beeinflusst. Dieses „Sparbuch“, des Wasservorrats der Stadt Brilon, braucht eine verantwortungsvolle Handhabe.

6. Tourismus/Kultur

Wir setzen uns für den Ausbau eines ökologischen Tourismusstandortes ein. Brilon, gelegen zwischen den Hotspots Willingen und Winterberg, sollte ein  familienbewusster Urlaubsort mit umweltpädagogischen und umweltbewussten Freizeitbeschäftigungen sein.

Hierzu gehören:

  • Unterstützung und Ausbau von „Brilon natürlich“

Der außerschulische Partner „Brilon natürlich“ hat alternative Lösungswege zum Umgang mit der Corona-Pandemie gefunden. Das Team lebt davon, sich mit vielen Menschen auszutauschen und ihnen die Natur näher zu bringen und zugänglicher zu gestalten. Das Angebot reicht von Wanderangeboten, Abenteuer- und Erlebnisangeboten für die Kleinen, bis hin zu Stadtrallyes und naturschutzbezogenen Themenangeboten. „Brilon natürlich“ hat eine unglaublich erfolgreiche Umsetzung, Menschen jeder Altersgruppe einen Weg zur Natur zu bieten und das Interesse darin zu wecken.

Seit März 2020 sind nun neue Herausforderungen entstanden, die es zu bewältigen gilt. Wir vom Ortsverband der Grünen stehen 100% hinter dem Aktionismus des Teams und bieten unsere volle Unterstützung zum Erhalt des Vereins an.

  • Ausbau der Freizeitangebote

Die Palette an Möglichkeiten, sich in Brilon zu beschäftigen und zu amüsieren, ist vielfältig und besonders wichtig: erschwinglich für alle Schichten. Ob die Briloner Minigolfanlage, Skaterparks, Bogenschützenparcours, Wanderangebote, Schwimm- und Freibäder oder die unzähligen weiteren Beschäftigungsmöglichkeiten in der Umgebung, bieten nicht nur den Anwohnern* Spaß und Unterhaltung. Touristen* und Reisende haben die Ski-Angebote der umliegenden Ferienorte nicht als einziges Ziel, sondern lassen sich auch von der Attraktivität Brilons hinreißen.

Wir wollen dieses Angebot weiter ausbauen, zugänglicher gestalten, durch beispielsweise bessere Bewerbung der Unterhaltungspalette oder dem Verleih von E-bikes und Fahrradanhängern für Gäste,  und Brilon zu einem erfolgreichen, bunten und ökologisch zukunftsfähigen Tourismusstandort verhelfen.

Die Hansetage erinnern uns immer wieder daran, dass der Austausch von vielen unterschiedlichsten Einflüssen die Basis einer erfolgversprechenden Entwicklung sind. Der Tourismus Brilons muss dementsprechend für eine florierende Zukunft eine Vielzahl an Zielgruppen bedienen. Hierzu gehören Familien, Naturfreunde*, Künstler* jeglicher Art, Geschichtsinteressierte und deutlich mehr. Wir begrüßen eine bunte Zukunft und freuen uns auf  neue Plattformen, an denen ein friedfertiger, einflussreicher Austausch stattfinden kann.

  • Schwimm- und Freibäder

Eine besonders beliebte Freizeitbeschäftigung ist natürlich die Nutzung von Badeanstalten. Dies ist seit Zeiten Coronas leider deutlich eingeschränkt bis gar nicht zu nutzen. Für die Schwimmbäder Brilons ist diese Zeit eine zusätzliche Belastung zur schon bestehenden, schwierigen Lage. Dabei bieten die Hallenbäder in unserer Umgebung eine Fülle an Programmen für alle Altersgruppen an. Das Programm ist bestickt mit Gruppenschwimm-Aktionen, Schülerangeboten, Familienunterhaltung, Spaßattraktionen oder einfach nur die Entspannung beim Treiben lassen.

Wir wünschen uns den Erhalt unserer Schwimm- und Freibäder und appellieren an alle Ansässigen, auch im Sinne Kneipps, das Privileg der abwechslungsreichen Wasserangebote zu schätzen und auch gerne zu nutzen.

  • Kurort Brilon

Um den Status Brilons als Kurort besteht eine mittlerweile langjährige Diskussion, die noch nicht am Ende ist. Es geht hier unter Anderem um die Nutzung und Verteilung der Konzentrationszonen, aber auch um faire Wettbewerbsbedingungen. Wir beteiligen uns, auch aus eigenem Interesse, am Diskurs der Thematik und hoffen auf eine gerechte Verteilung, sowohl der Konzentrationszonen, als auch der Kurmittelzahlungen.

7.Verschiedenes

Dieses Wahlprogramm zeichnet einen wichtigen Ausschnitt unserer Arbeit ab. Es wurde in einem demokratischen Konsens, gemeinsam mit unseren Mitgliedern* und Unterstützern*, zusammengefasst. Mit Ihrer Stimme und genügend Kapazitäten, wollen wir auch folgende Projekte zum Erfolg bringen:

  • Die überschüssigen Lebensmittel der Haushalte sollen durch Foodsharing-Konzepte reduziert werden. Ähnlich dem Prinzip der „kostenlosen Büchereien“, können frei begehbare Kühlkabinen oder ähnliches zur Verfügung gestellt werden.
  • Erste-Hilfe Kurse sollten zur Festigung und Sicherheit schon von klein auf, altersangepasst angeboten werden. Dies fördert eine erfolgversprechende Hilfeleistung in Notfällen und begünstigt eine umfänglichere Sicht auf soziale Strukturen.
  • Der Charme Brilons kann durch eine Plattform für Künstler* und Entertainer* profitieren. Wir planen, unter dem Motto „Kultur für Alle!“, das Kulturangebot für alle Altersgruppen attraktiv und bezahlbar zu gestalten und daran mitwirken zu lassen.
  • Die Bürger* einer Stadt tragen maßgeblich zu ihrer Weiterentwicklung bei. Dies wollen wir in Form von Multiplikator-Angeboten bekräftigen. Bestandteil des Projektes ist die Organisation eines regelmäßigen Austausches von Expertengruppen, die wiederum weitere Teams zur Informationsverbreitung schulen.
  • Die Mitfahrbänke, die es schon in Wülfte und Nehden unter anderem gibt, sind eine wunderbare alternative Lösung zur Reduzierung des Individualverkehrs und verdienen mehr Präsenz und Aufmerksamkeit.
  • Der „Klimanotstand“ wurde in einigen Teilen Deutschlands bereits ausgerufen. Es liegt nicht in unserem Interesse, eine Welle der Hysterie zu verursachen. Es liegt uns jedoch sehr am Herzen, die Klimaziele mehr in den Fokus zu setzen und auch eine klare Position diesbezüglich nach außen zu tragen.
  • Mit „Politik Aktiv!“ wollen wir, Dank Ihrer Mitwirkung und Anregungen, Politik lebendig und für jeden transparent und zugänglich gestalten.

Nutzen Sie Ihr Recht zur Wahl und sagen ‘Ja’ zu Brilon und ‘Ja’ zu GRÜN!

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